Gebäude der Wiener Volksoper © Volksoper Wien, Logo VOF
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Österreichischer Musiktheaterpreis 2017: Dreimal Goldener Schikaneder für die Volksoper –

Triumph für Alfred Eschwé, Robert Meyer sowie die Choristen und Choristinnen!

Bereits zum fünften Mal wurden heuer im Rahmen einer Gala die Österreichischen Musiktheaterpreise vergeben – diesmal war „unsere“ Volksoper Austragungsort einer glanzvollen Matinée am 25.Juni. In elf Jurykategorien gab es in diesem Jahr insgesamt 36 Nominierte aus allen Bundesländern. Dabei konnte die Volksoper gleich dreimal den “Goldenen Schikaneder” einheimsen: Alfred Eschwé gewann den Preis in der Kategorie “Beste musikalische Leitung”  für seine Leistung in “Fürst Igor”, Hausherr Robert Meyer wurde für die “Beste Männliche Hauptrolle” als Don Quixote in “Der Mann von La Mancha” ausgezeichnet. Als “Bester Chor” ging heuer der Chor der Volksoper als Gewinner hervor. Weltstar Grace Bumbry wurde für ihr Lebenswerk ausgezeichnet und Bass René Pape erhielt den ORF III Medienpreis. Musical-Star und aktueller “Volksopern-Vivaldi” Drew Sarich erhielt den “Kronen Zeitung Musical Preis”. Christoph Wagner-Trenkwitz führte launig durch den Vormittag, der mit zahlreichen musikalischen Einlagen umrahmt wurde:  Wiener Sängerknaben (Johann Strauss: Polka “Leichtes Blut”), Chor und Staatsballett (“Carmina Burana”), von Martina Mikelić und Anita Götz (“Gehen wir ins Chambre Séparée” aus “Der Opernball”), Tania Golden und Toni Slama (“Du kommst doch niemals los von mir” aus “Gypsy”) sowie René Pape (“In diesen heil´gen Hallen” aus “Die Zauberflöte”).

Wir gratulieren allen Preisträgern sehr herzlich!!!

Die Gewinner:

 

                                                                         Fotos: © Stefan Tanzer                                                                

Die Volksopernfreunde trauern um einen der ganz Großen der österreichischen Musikszene. Für Jahrzehnte war er Inbegriff der Volksoper, Titan und Ikone am Pult, „Erzengel der Operette“. Am 27. Jänner verstarb Professor Rudolf Bibl im Alter von 88 Jahren in Frontignan (Frankreich). Noch am 1. Jänner 2017 stand der Maestro am Pult der Wiener Volksoper und dirigierte „Die Fledermaus“. Dieser sein 2.273. Volksopernabend sollte sein letzter sein…

Bibl wurde am 4. Mai 1929 in Wien in eine musikalisch vorbelastete Familie hineingeboren: Großvater und Urgroßvater waren k.u.k. Hofkapellmeister und Domorganisten. Schon als Gymnasiast studierte er an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien Klavier, Klarinette und Komposition und besuchte die Dirigentenklasse. Zwar wollte er nach der Matura interessanterweise Biologie oder Veterinärmedizin studieren, doch der Dirigent Hans Swarowsky engagierte den jungen Künstler 1948 als Solorepetitor an die Grazer Oper. Von dort ging er 1952 als Kapellmeister nach Innsbruck und wieder nach Graz als Operettenchef. 1960 kehrte Bibl nach Wien zurück und wirkte zuerst am Raimund Theater und dann als Erster Dirigent am Theater an der Wien. Für vier Jahre verschlug es ihn in die schöne Moselstadt Trier. Dort war er von 1969 bis 1973 als Musikdirektor tätig. Mit der Saison 1972/1973 wechselte er an die Wiener Volksoper, deren Ehrenmitglied er schließlich 1991 wurde. Von 1973 bis zu seiner Pensionierung 1989 war „Rudi“ Bibl fest an der Volksoper engagiert – bis zuletzt war es aber ein „Unruhestand“, wurde er doch immer wieder ans Haus geholt. An seinem „Stammhaus“ dirigierte er ein umfassendes Repertoire an Opern, Operetten und Musicals und leitete das Volksopern-Orchester auf zahlreichen Auslandsreisen, so etwa 1989 bei der japanischen Erstaufführung von Johann Strauß’ „Der Zigeunerbaron“ in Tokio.

 Bibls „Herzblut“ galt der Pflege der klassischen Operette und der akribischen Wiederherstellung des Originals verfremdeter Partituren. So trug er maßgeblich dazu bei, Wiener Musik im Ausland bekannt zu machen. Verdient gemacht hat sich der Musiker auch um die Seefestspiele Mörbisch, als deren musikalischer Leiter er seit der Gründung des Symphonie-Orchesters Burgenland 1995 fungierte. Bis 2008 war er in dieser Funktion, wofür er 2013 zum ersten Ehrenmitglied des Sommerfestivals ernannt worden war.

Wie kein zweiter verstand „der Professor“ es, Sänger „auf Händen zu tragen“. Nie glitt er ins Sentimental-Kitschige ab. Sein Dirigat war stets getragen von unglaublichem Rhythmusgefühl, Balance, Ruhe, Eleganz und Leichtigkeit.

Professor Rudolf Bibl stand heuer auf der „Wunschliste“ der Volksopernfreunde für ein umfassendes Künstlerporträt. Nicht nur das Wiener Publikum wird ihn als „Ikone der Operette“ schmerzlich vermissen.

 

          © Barbara Pálffy

 

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