Gebäude der Wiener Volksoper © Volksoper Wien, Logo VOF
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Hoffmanns Erzählungen in Baden

hoffmann1Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums hat der künstlerischer Leiter des Hauses, Dr. Robert Herzl, „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach inszeniert und hat sich dafür auch Sänger von der Wiener Volksoper geholt. Dr. Herzl entschied sich für die Fassung von Michael Kaye und Jean Christoph Keck in der deutschen Übersetzung von Josef Heinzelmann und nahm damit etwas Überlänge in Kauf. Die Ausstattung von Pantelis Dessyllas verbindet konventionelle Kulissenwände mit computergesteuerten Lichteffekten, bleibt aber ebenso im hergebrachten Rahmen wie die Choreografie von Mátyás Jurkovic. Für die Titelrolle steht mit Sebastian Reinthaller ein Badener Publikumsliebling auf der Bühne. Er ist Hoffmann vom ersten Augenblick an mit all den Höhen und Tiefen, die dieser Dichter zu durchleben hat. Stimmlich meistert Reinthaller diese große Rolle, die ihm Dr. Herzl voll Überzeugung, dass er der Richtige dafür ist, übertragen hat, ganz ohne Schwierigkeiten.

Eine ganz große Leistung von Sebastian Reinthaller, für die ihm das Badener Publikum und seine Fangemeinde, die ihn zum Schluss mit Blumen überhäufte, mit stürmischem Applaus dankte. Ihm zur Seite steht Adrineh Simonian (ebenfalls von der Volksoper), die als sein Freund Niklas und als Muse mit burschikosem Charme und warmherziger Ausstrahlung, vor allem aber mit stimmlicher Sicherheit beeindruckte.
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Der dritte im Bunde der Volksopernsänger ist der international bekannte Bariton Michael Kraus. Er ist Lindorf/Coppelius/Dr.Mirakel/Dapertutto – der dämonische Gegenspieler Hoffmanns. Michael Kraus, der vor Beginn seiner Sängerkarriere eine Ausbildung zum Schauspieler absolviert hat, sorgt nicht nur durch seinen schönen, kräftigen Bariton, sondern auch als Schauspieler für heitere Momente und ungeheure Spannung.

Mit der „Spiegelarie“ – in Baden ein Diamant – hinterlässt Michael Kraus beim Publikum einen gewaltigen, unvergesslichen Eindruck und wird mit frenetischem Applaus dafür belohnt. Die vier Damen um Hoffmann – Stella/Olympia/Antonia/Giulietta – wurden der Norwegerin Hege Gustava Tjønn anvertraut, die dieser Aufgabe durchaus gewachsen ist. Die übrigen Rollen werden von Ensemblemitgliedern des Stadttheaters Baden tadellos und mit viel Einsatz gesungen und gespielt. Das Ballett, der Chor und das Orchester der Bühne Baden erbringen ebenfalls beachtliche Leistungen. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von Franz Josef Breznik. Also auf nach Baden! 

(Elisabeth Hlauschek)
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www.buehnebaden.at

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